BERLINER RESONANZEN Der Newsletter des Landesmusikrats Berlin e.V.
 
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REDEZEIT Interview mit Nils Busch-Petersen KONKRET WERDEN Musikpolitik MUSIK FÜR ALLE Aus unseren Projekten ENGAGIERT LMR-Mitglieder berichten MUSIK UND LITERATUR Unser Buchtipp MUSIK IM KINO Unsere Filmtipps TERMINE
 
EDITORIAL
Liebe Leser:innen,
 
noch 80 Tage sind es bis zur Wahl in Berlin. Das ist auf jeden Fall eine Zahl, an der sich nicht rütteln lässt. Anders sieht es aus mit einer Zahl, die kurz vor der Sommerpause wie eine Kanonenkugel ins Wahlkampfgetümmel geschossen wurde. Es ist die prognostizierte Zahl von 6 Milliarden Euro Haushaltsdefizit. Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (CDU) nannte diese Summe in einer Debatte in der Akademie der Künste am 11. Juni. Der Titel der Veranstaltung lautete „Was ist Berlin die Kultur wert?" – eine Frage, die jede einzelne Partei vor dem 20. September beantworten muss.
Dabei könnten die folgenden Zahlen für die politisch Verantwortlichen ein interessanter Denkanstoß sein: Jeder in die Kultur investierte Euro bringt 3,50 Euro zurück in die Berliner Wirtschaft und Kultureinrichtungen – das hat das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung nachgewiesen. Und weitere Zahlen ermittelte diese Studie: Berlins Kultur- und Kreativbranche erwirtschaftet 41 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt 195.000 Menschen. Das sind urbane Akteure, sie gestalten unser Stadtleben ebenso wie auch die Akteure im Handel. Im Interview dieser Ausgabe erzählt Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Berlin-Brandenburg, wie Handel und Kultur zu mehr Solidarität gefunden haben. Bündnisse entfalten immer eine große Kraft.
Und noch eins hat die Studie jetzt hervorgebracht: 38% der Berlinerinnen und Berliner über 15 Jahre machen Amateurmusik! Das unterstreicht unseren Ansatz, der Amateurmusik endlich die ihr zustehende Aufmerksamkeit und Förderung zu verschaffen – eine Forderung, die wir nicht erst im Berliner Jahr der Amateurmusik erhoben haben und die wir auch weiterhin erheben werden.
 
Herzliche Grüße
Hella Dunger-Löper
Präsidentin des Landesmusikrats Berlin e.V.
REDEZEIT
 
„Wir urbanen Akteure in Kultur und Handel haben zu mehr Solidarität gefunden“
 
Im Gespräch mit Nils Busch-Petersen
 
Nils Busch-Petersen wurde 1963 in Rostock geboren.
Der Jurist leitet seit über 36 Jahren als Hauptgeschäftsführer die Geschicke der Handelsverbände Berlins und Brandenburgs.
Seit 2011 ist er ehrenamtlicher Direktor des von ihm gegründeten Louis Lewandowski Festivals – World Festival of Synagogue Music. In Kooperation zwischen dem Handelsverband Berlin-Brandenburg und dem Landesmusikrat Berlin wurde die Wanderausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.“ verwirklicht. Ab 4. Juli 2026 erreicht sie ihre zweite Station: Das Rathaus-Center Pankow.
 
Welches musikalische Erlebnis hat Sie zuletzt begeistert?
Der jährliche Auftritt der Bigband „Volles Rohr“, einer Ehemaligen-Band der Musikschule Béla Bartók in Pankow. Die trifft sich seit Jahren, probt ein ganzes Wochenende mit ihrem ehemaligen Bandleader, dem brillanten Trompeter Achim Rothe, und gibt dann ein Gratis-Konzert. Es war unglaublich schön, und ich war besonders stolz, weil mein Sohn am Bariton-Saxofon richtig gezaubert hat. Alle sind inzwischen erwachsen und berufstätig, aber sie treffen sich, egal wo sie leben, um einmal im Jahr zusammen zu spielen. Da sieht man die Kraft der Musik. Es ist ein Treffen von Menschen, die Musik lieben und das Spielen ihrer Instrumente an der Musikschule gelernt haben. Da merkt man, wie sich das bis weit ins Erwachsenenalter fortsetzt, wenn der Keim einmal gesetzt worden ist.
 
Kommen wir auf die Verbindung von Marktplatz und Musik: Die Ausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin“ bringt selbstgespielte Musik in große Berliner Einkaufscenter. Welcher Gedanke steckt dahinter?
Wir haben alle gemeinsam ein Ziel: Menschen zu erreichen, mit unterschiedlichen Zwecken zwar, aber einem Ziel, das uns eint. Während der Corona-Zeit wurden wir zusammengeschweißt wie nie zuvor. Sicher gab es immer Verbindungen zwischen Kultur und Handel, Sport und Handel, aber als wir so in die Ecke gedrängt wurden, und wie wir heute wissen, auch durch übertriebene Maßnahmen, haben wir urbanen Akteure zu mehr Solidarität gefunden. Das ist ein großer Gewinn aus dieser schwierigen Phase. Wir haben gemeinsam für schrittweise Öffnungen gekämpft, und diese Erfahrung ist hängen geblieben und hat uns vernetzt. Daraus entstand die Idee, im Jahr des Akkordeons gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Die Entdeckung der wunderbaren Schatzkammer des Akkordeonsammlers Dieter Plinke öffnete Möglichkeiten, und so kam es zur Idee, in die Shoppingcenter zu gehen und auf den Flächen etwas Besonderes stattfinden zu lassen. Jetzt verbindet sich dort Instrumentengeschichte mit der Gegenwart, und auch die örtlichen Musikschulen sind mit dabei.
 
Zum Akkordeon haben Sie eine familiäre Beziehung…
Abgesehen davon, dass ich jahrelang das Akkordeon meiner Tochter geschleppt habe, hatte ich mich als Kind in ein verwandtes Instrument verliebt: Beim Umzug von Rostock nach Berlin 1975 stand auf dem Möbelwagen hinten als Beiladung so ein schwarzer Kasten, und als ich reingucken durfte, sah ich ein wunderschönes Bandoneon mit Perlmutt-Intarsien. Gespielt habe ich es nie, es gab niemanden, der mir das beibringen konnte, aber ich besitze es heute noch. Vom Akkordeon war ich immer fasziniert, ich war in vielen Vorspielen von Kindern, und wenn die Supertalente Bach spielten, hatte ich manchmal das Gefühl, in einer Orgel zu sitzen. Es ist ein unglaublich vielseitiges Instrument. Schade, dass es manche immer noch leichtfertig in die Schublade Schunkelunterhaltung schieben.
 
Mit dem Louis Lewandowski Festival engagieren Sie sich für Synagogalmusik. In diesem Jahr steht das Festival (17. bis 20. Dezember) unter dem Titel „Psalmen in Raum und Zeit“. Gibt es einen Psalm, der Sie durch Ihr Leben begleitet?
Nein, und ich gehöre selbst überhaupt keiner Religionsgemeinschaft an. Aber interessant ist, dass ich die Frage nach dem Lieblingspsalm gerade allen Unterstützern des Festivals zugeschickt habe. Psalmen sind die Ursprache jeglichen Gebets im Judentum und im Christentum. Und sie sind zentraler Bestandteil des Gottesdienstes in der Synagoge und in der Kirche. Zum ersten Mal haben wir gerade für unsere Sommerkonzerte zum Thema Psalmen mit einem nicht-jüdischen Chor, mit dem Kammerchor opus vocale, zusammengearbeitet. Psalmen haben etwas ungemein Verbindendes.
Interview: Christina Bylow
 
KONKRET WERDEN! Musikpolitik

„Wir haben aktuell ein Finanzierungsdefizit von 6 Milliarden Euro. Wir werden nicht in der Lage sein, das aufrecht zu erhalten, denn das Land Berlin darf sich nicht grenzenlos verschulden.“
Stefan Evers, CDU, Senator für Finanzen sowie Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, in der Podiumsdiskussion „Was ist Berlin die Kultur wert“ am 11. Juni 2026 in der Akademie der Künste Berlin.
 
Thema 1 Kulturförderung rentiert sich. Neue Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf)
 
Am 29. Juni 2026 veröffentlichte das IKTf die Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“. Sie belegt: Jeder Euro Kulturförderung bringt 3,50 Euro zurück. Weitere Zahlen im Überblick:
 
Wirtschaftliche Rendite der Kulturförderung
Jeder öffentlich investierte Euro in Kultur bringt im Schnitt mehr als 3,50 Euro zurück – bei Museen und Gedenkstätten sogar bis zu 7 Euro. Den rund 528 Millionen Euro Fördermitteln stehen Gesamtrückflüsse von etwa 1,88 Milliarden Euro gegenüber (Überschuss: über 1,35 Mrd. Euro/Jahr). Werden große Gedenkstätten wie die Stiftung Berliner Mauer einbezogen, steigen die Gesamtrückflüsse auf bis zu 4,65 Milliarden Euro jährlich. 63 Prozent dieser Rückflüsse entstehen durch Ausgaben von Kulturbesucher:innen, vor allem Tourist:innen.
 
Kultur- und Kreativwirtschaft
Berlin ist ein führender Kulturstandort: Die Branche erzielt eine Bruttowertschöpfung von 12–15 Milliarden Euro, beschäftigt rund 195.000 Menschen und erwirtschaftet 41,1 Milliarden Euro Umsatz – mehr als klassische Industrien wie Pharmazeutik oder Maschinenbau. Die Freie Szene trägt wesentlich dazu bei, obwohl drei Viertel der rund 32.420 Solo-Selbstständigen unter 22.000 Euro Jahreseinkommen liegen.
Weitere Informationen erhalten Sie hier.
 
Thema 2: Vor der Berlin-Wahl: Spitzenkandidierende über das Haushaltsdefizit und die Zukunft der Kultur.
 
Im Fokus des Podiumsgesprächs „Was ist Berlin die Kultur wert“ am 11. Juni 2026 in der Akademie der Künste Berlin stand die Zukunft der Berliner Kulturlandschaft, Perspektiven für die Freie Szene und die Institutionen sowie faire Arbeitsbedingungen für Künstler:innen. Dabei kamen divergierende Zahlen ins Spiel: Der amtierende Senator für Finanzen und Kultur Stefan Evers (CDU) sprach zur Frage nach dem Konsolidierungsbedarf des Berliner Gesamthaushalts von 6 Milliarden Euro. Ungefähr 3 Milliarden schätzte Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen) verwies auf die Möglichkeit, auf der Ausgabenseite zu justieren, Elif Eralp (Die Linke) auf Perspektiven der Einnahmenerhöhung auch durch Veränderungen auf Bundesebene. Auch über die Umnutzung von Räumen für Kultur wurde gesprochen: Es fiel die Zahl von 2 Millionen Quadratmetern leerstehender Büroräume in Berlin.
Hier kann das Gespräch nachgehört werden.

Thema 3: Musikunterricht in der Schule genießt in Deutschland hohen Stellenwert.
 
Eine repräsentative Allensbach-Umfrage des Deutschen Musikinformationszentrums zeigt große Wertschätzung für das Schulfach Musik. 69 Prozent der Bevölkerung halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in der Schule Musikunterricht erhalten. Eines der Ergebnisse: Von den Menschen, die während ihrer gesamten Schulzeit Musikunterricht hatten, musizieren heute noch 42 Prozent selbst. Bei Menschen ohne Musikunterricht liegt dieser Anteil dagegen nur bei 14 Prozent.
Den vollständigen Ergebnisbericht gibt es hier.
MUSIK FÜR ALLE ! Aus den Projekten des Landesmusikrats Berlin e.V.
Instrument des Jahres
Großer Abend: Piazzolla Reloaded

Standing Ovations am Ende eines farbenreichen Programms mit Musiker:innen von Weltrang. Das Konzert „Piazzolla Reloaded", eine Kooperation mit Pantonale e.V., in der Reihe „Global Sound Stories - Akkordeon trifft Literatur" am 12. Juni 2026 im gut besuchten Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie zeigte die Aktualität Astor Piazzollas – auch in vier Uraufführungen zeitgenössischer Komponist:innen. Ksenija Sidorova, Mario Stefano Pietrodarchi, Luca Lucini und Preisträger:innen des Wettbewerbs ASTOR PIAZZOLLA® begeisterten auf der Bühne, begleitet vom Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter der Leitung von Miran Vaupotić. Die Autorin María Cecilia Barbetta erzählte in ihrem Text von ihrer Kindheit in Buenos Aires zur Zeit der Militärdiktatur und reflektierte dabei auch die Rolle Astor Piazzollas und seiner Musik.
 
600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin
Nächster Halt: Pankow
Wanderausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin“ zieht weiter

Noch drei Tage (bis 4. Juli 2026) ist die Wanderausstellung im Europa-Center zu sehen, bevor sie vom 13. Juli bis 1. August 2026 im Rathaus-Center Pankow Station macht. Jede Ausstellung setzt eigene Schwerpunkte. In Pankow stehen die Hohner-Baureihen sowie Instrumente aus Ostdeutschland im Fokus.
Begleitet wird die Wanderausstellung (eine Kooperation mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V.) von einem Rahmenprogramm mit Workshops zum Ausprobieren des Akkordeons, Angeboten für Kinder- und Erwachsene, Mini- und Familienkonzerten sowie dem offenen Format „Die Bühne gehört euch!“

Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Musikalische Stolpersteine
Stefan Wolpe, Chemjo Vinaver
In Kooperation mit musica reanimata e.V., der berlinHistory App und rbb radio 3 erarbeiten Berliner Schüler:innen unter Anleitung von Hörfunkjournalist:innen Porträts NS-verfolgter Komponist:innen. Im Juli 2026 widmet sich das Rheingau-Gymnasium Friedenau Stefan Wolpe – 1902 in Berlin geboren, geprägt von der Avantgarde der Weimarer Republik, später im amerikanischen Exil als Lehrer und Komponist einflussreich. Erstmalig arbeiten dabei Schüler:innen der Klassenstufen 8, 9 und 11 jahrgangsübergreifend zusammen. Im Herbst 2026 entsteht am Heinrich-Hertz-Gymnasium ein Podcast zu Chemjo Vinaver: Komponist und Kantor, dessen Werk der Erneuerung der synagogalen Musiktradition gewidmet war.
Raumkoordination
Big Player on board

Mit der Trockland Management GmbH unterstützt erstmals ein großer Player die Amateurmusikszene. Der Quartiers- und Immobilienentwickler stellt auf dem Herzberg-Campus in Berlin-Lichterfeld Räume entgeltfrei zur Verfügung. Ensembles können sowohl kleinere Räume als auch eine großzügige Turnhalle nutzen.
Hintergrund: Trockland unterstützt die zivilgesellschaftliche Initiative Global Goals e.V., die sich u.a. für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzt. Die Raumkoordination des Landesmusikrats Berlin gilt für Global Goals im Sinne der Nachhaltigkeit als beispielhaft.
Die Räume auf dem Herzberg-Campus sind in der Raumdatenbank zu finden.
Barcamp Dirigieren
 
Zwischen Vision und Organisation
Der Alltag der meisten Dirigent:innen ist so unterschiedlich wie die Ensembles, die sie leiten: die Abendprobe im Stadtteilchor, die Orchesterfreizeit, die Suche nach der passenden Musikliteratur, das Beantragen von Fördermitteln, die Arbeit mit Kindern und alten Menschen. Zwischen künstlerischer Vision, pädagogischem Geschick, Organisation und Selbstständigkeit gestalten Dirigent:innen das musikalische Leben oft weitgehend unsichtbar – und mit Leidenschaft.
Wie erleben Dirigent:innen diesen Alltag? Welche finanziellen, physischen und psychischen Anforderungen bringt musikalische Leitung mit sich? Welche Rahmenbedingungen braucht sie?
Das Barcamp Dirigieren 2026 richtet sich an Chor- und Orchesterleitende. Veranstaltet wird es in Kooperation von Landesmusikrat Berlin und der Chor- und Ensembleleitung Deutschland. Unterstützt wird es von der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und der Universität der Künste Berlin.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten.

8. September 2026, 9:00 - 17:00 Uhr
Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, Charlottenstraße 55, 10117 Berlin
ENGAGIERT ! LMR-Mitglieder berichten
Universität der Künste Berlin
 
Aufruhr und Witz
In Kooperation mit den Studiengängen Bühnen- und Kostümbild und dem Symphonieorchester der UdK Berlin setzt der Studiengang Gesang/Musiktheater an vier Abenden Verdis beliebte Oper Falstaff in Szene! In drei Akten sorgt der Möchtegern-Frauenheld und Kleinkriminelle für Aufruhr in der Stadt und bringt das Publikum mit seinem grandiosen Scheitern auf feinsinnige Art zum Lachen. Denn nicht nur das Geschehen auf der Bühne und die Inszenierung, sondern auch die bildhafte Musiksprache stecken voller Witz, Parodie und Turbulenzen. Die musikalische Leitung hat Errico Fresis. Isabel Désirée Hindersin führt Regie.
Giuseppe Verdi: Falstaff
UNI.T – Theater der UdK Berlin, Fasanenstr. 1B, 10623 Berlin
4.,5.,7. und 8. Juli 2026
19.30 Uhr
Eintritt 12 Euro / ermäßigt 6 Euro
Tickets gibt es hier.
Staatliches Institut für Musikforschung – Musikinstrumenten-Museum
 
Für Familien: Musikalische Zeitreisen
Wie hat die Welt vor vielen hundert Jahren geklungen? Zurückreisen können wir zwar nicht – aber mit Musik kommen wir der Vergangenheit sehr nah. Gemeinsam tauchen wir ein in die Klangwelten früherer Zeiten: von den ersten einfachen Melodien der Steinzeit über festliche Hofmusik bis zu fröhlichen Liedern, die auf Marktplätzen gesungen wurden, und eleganter Salonmusik des 19. Jahrhunderts.
Auf unserer Reise entdecken wir, welche Instrumente damals gespielt wurden und wann und wo Musik im Alltag der Menschen erklungen ist. Dabei seid auch ihr gefragt: Welche Musik begleitet euch heute und wo hört ihr sie?
Jörg Joachim Riehle nimmt Kinder und Jugendliche mit auf eine aufregende Zeitreise voller Klänge – spannend, überraschend und garantiert nicht langweilig!
Mit Tönen durch die Zeit
18. Juli 2026
15 bis 16.30 Uhr
Musikinstrumenten-Museum, Staatliches Institut für Musikforschung, Ben-Gurion-Straße 1, 10785 Berlin
Weitere Informationen gibt es hier.

Landesmusikakademie Berlin
 
Begegnung schaffen
Mit dem Fachtag Community Music widmet sich die Landesmusikakademie Berlin einem Thema, das in den letzten Jahren auch in Musikschulen, Jugendzentren, Unterkünften für Geflüchtete und in den Berliner Kiezen diskutiert wurde und sich mittlerweile als Sammelbegriff für eine “Musik für Alle” etabliert hat. Die eintägige Veranstaltung lässt zentrale Stimmen der Community Music zu Wort kommen, bietet praktische Workshops und schafft Begegnungen für bestehende und neue Projekte.
Fachtag Community Music
24. September 2026
10 bis 17 Uhr
In den Räumen der Landesmusikakademie Berlin
Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)
 
Für Kinder: Musikinstrumente ausprobieren
In Kooperation mit „Das klingende Museum“ können Kinder ab 3 Jahren in der Amerika-Gedenkbibliothek unterschiedliche Musikinstrumente kennenlernen und ausprobieren.

12. Juli 2026
12.00 – 15.00 Uhr
Amerika-Gedenkbibliothek
Blücherplatz 1
10961 Berlin
Weitere Informationen gibt es hier.

MUSIK UND LITERATUR Unser Buchtipp
Empfohlen von Susanne Hein, Leiterin der Musikbibliothek, Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

Haydns Papagei


Wer kennt ihn nicht, den betulichen „Papa Haydn“, der als „Wegbereiter der Wiener Klassik“ gilt und über 40 Jahre lang eine Sinfonie nach der anderen schrieb? Spätestens zu seinem bevorstehenden 300. Geburtstag will die Initiative Haydn2032 den Komponisten von diesem Image befreien. Organisiert von der Joseph Haydn Stiftung Basel entsteht dazu seit 2014 eine neue Gesamteinspielung sämtlicher Sinfonien beim Label Alpha Classics, thematisch geordnet und mit Originalinstrumenten aufgenommen.
Ebenfalls zum Projekt Haydn2032 gehört ein neuer Sammelband. Alain Claude Sulzer hat dafür 20 Schriftsteller:innen gebeten, sich Joseph Haydn literarisch zu nähern. So freut sich Alfred Brendel über Haydns musikalischen Humor. Daniel Kehlmann spinnt einen Dialog im Kopf des Fürsten Esterhazy, wie er Haydn einen England-Urlaub umständlich genehmigt. Elke Heidenreich beschäftigt sich mit Haydns angeblich so zänkischer Gattin und findet Indizien für ein abweichendes Bild. Albrecht Selge wiederum fantasiert darüber, wie Haydns Papagei nach dessen Tod seinen neuen Besitzer mit Geplauder enttäuscht, anstatt Haydns Aura weiterzugeben. Ergänzt werden die brillanten Essays mit Antworten aller Autor:innen auf drei Fragen. Aus den genannten Lieblingswerken entsteht dabei eine anregende Playlist.

Haydn! Eine literarische Sinfonie / herausgegeben von Alain Claude Sulzer. Berlin: Aufbau-Verlag, 2025. 321 S. ISBN 978-3-8477-2064-5.

MUSIK IM KINO Unsere Film-Tipps
 
Die Alchemie des Zusammenspiels
 
Diesen Sommer kommen gleich zwei Filme ins Kino, die der Alchemie des gemeinsamen Musikmachens nachspüren. Denn darum geht es, egal ob es sich um ein Streichquartett oder ein in der traditionellen Musik wurzelndes Ensemble handelt.
In „So klingt das Leben“ dreht sich alles um eine „Rondalla“: So heißen die aus unterschiedlichen Instrumenten gebildeten Musikgruppen, die den Alltag und die Festtage in vielen ländlichen Gegenden Spaniens gestalten. Schauplatz des Films von Regisseur Daniel Sánchez Arévalo ist ein Fischerdorf in Galicien. Zwei Jahre nach einem Schiffsunglück, bei dem auch der Leiter der Rondalla starb, finden die Mitspieler:innen wieder zusammen. Dirigentin ist nun die 18-jährige Andrea: Sie verbindet vertraute Instrumente mit aktuellen Hits. Nach der Katastrophe kehrt mit dem gemeinsamen Musizieren allmählich die Lebensfreude zurück.
Wie Egomanen zu einem harmonischen Ganzen finden, erzählt der Film „Der Klang der Stradivari“ von Regisseur Gregory Magne. Vier Streichinstrumente aus dem Hause „Stradivari“ sollen zu einem Quartett vereint werden. Die für das Projekt engagierten Solist:innen beherrschen zwar ihre Instrumente, nicht aber ihre Emotionen. Schauplatz der mit Sinn fürs Groteske inszenierten Rivalitäten und Eitelkeiten ist ein Landschloss in Frankreich. Erst ein exzentrischer Komponist schafft es schließlich, die Einzelkämpfer:innen zu einem Klang zu vereinen.
 
So klingt das Leben
Spanien 2025
112 Minuten
Kinostart: 16. Juli 2026

(Im Verleih von Alamode)
 
Der Klang der Stradivari
Frankreich 2025
102 Minuten
Kinostart: 6. August 2026

(Weltkino Filmverleih)
Für beide Filme vergibt der Landesmusikrat Berlin in Kooperation mit den Filmverleihern eine begrenzte Zahl von Kinofreikarten. Bei Interesse senden Sie bitte eine Mail an bylow@landesmusikrat-berlin.de
TERMINE
 
Jugend musiziert Berlin
4. Juli 2026: Konzert der Bundespreisträger:innen Berlin-Nord
 
Instrument des Jahres – Akkordeon
13. Juli 2026: Ausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.“ im Rathaus-Center Pankow
10. August 2026: Ausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.“ im Forum Steglitz
7. September 2026: Ausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.“ Im Allee-Center Berlin
 
Musikalische Stolpersteine
12. September 2026: Tag der Offenen Tür der Staatsoper Unter den Linden. Der Jugendchor der Staatsoper singt Lieder von Israel Brandmann
 
Musikpolitik
14. September 2026 Jour fixe- „Musik und Stadt“: Stimmungsmacher - was Betriebsensembles leisten
21. September 2026 Jour fixe – „Musik und Stadt“ : Dirigieren in Berlin - Arbeitsmarkt Amateurmusik

Bildnachweise: Bild 1: Stephan Röhl. Bild 2: HGHI. Bild 3: Timm Kölln. Bild 4: Stephan Röhl. Bild 5: Stephan Röhl. Bild 6: Akademie der Künste Berlin. Bild 7: Viola Molzen. Bild 8: Peter Adamik. Bild 9: Daniel Nartschick. Bild 10: SIMPK/ Anne-Katrin Breitenborn. Bild 11: Anne Wenkel. Bild 12: Dirk Lässig. Bild 13: studio lindhorst-emme+hinrichs, Berlin. Bild 14: Weltkino Filmverleih GmbH.
Impressum
Landesmusikrat Berlin e.V., Karl-Marx-Str. 145, 12043 Berlin
Redaktion: Christina Bylow, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: bylow@landesmusikrat-berlin.de
Vertretungsberechtigt: Hella Dunger-Löper (Präsidentin) und Ralf Sochaczewsky (Vizepräsident)
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV: Hella Dunger-Löper (Präsidentin)
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: VR 6266 NZ
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